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1-%-Regel oder Fahrtenbuch? So rechnest du 2026

Wer einen Firmenwagen auch privat fährt, versteuert einen geldwerten Vorteil. Pauschal mit der 1-%-Regel oder genau mit dem Fahrtenbuch: Welche Methode günstiger ist, hängt von wenigen Zahlen ab.

Von Jens Pfeiffer, aktualisiert am

Kurz: Die 1-%-Regel setzt pro Monat 1 % des Bruttolistenpreises an, dazu 0,03 % je Kilometer zur Arbeit. Das Fahrtenbuch setzt den tatsächlichen Privatanteil an den echten Kosten an. Bei wenig Privatfahrten, teurem Listenpreis oder altem Auto ist das Fahrtenbuch fast immer günstiger, macht aber Arbeit und muss lückenlos sein.

So funktioniert die 1-%-Regel

Der Vorteil kann nie höher sein als die tatsächlichen Kosten des Fahrzeugs (Kostendeckelung).

So funktioniert das Fahrtenbuch

Alle Kosten des Jahres werden addiert: Abschreibung, Leasing, Kraftstoff oder Strom, Versicherung, Steuer, Werkstatt. Dann wird der Anteil der privaten Kilometer (einschließlich der Fahrten zur Arbeit) an allen gefahrenen Kilometern ermittelt. Dieser Anteil der Kosten ist der geldwerte Vorteil. Dafür muss jede Fahrt im Fahrtenbuch stehen: Datum, Kilometerstand, Ziel, Zweck, Geschäftspartner.

Rechenbeispiel

Verbrenner, Listenpreis 50.000 €, 20 km zur Arbeit an 220 Tagen, 30.000 km im Jahr, davon 3.000 km privat, Gesamtkosten 12.000 € im Jahr.

MethodeRechnungGeldwerter Vorteil pro Jahr
1-%-Regel1 % × 50.000 € × 12 = 6.000 €
0,03 % × 50.000 € × 20 km × 12 = 3.600 €
9.600 €
FahrtenbuchPrivat 3.000 km + Arbeitsweg 8.800 km (20 km × 2 × 220) = 11.800 km
11.800 / 30.000 = 39,3 % von 12.000 €
4.720 €

Der Unterschied von fast 4.900 € wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Bei 42 % sind das rund 2.000 € Steuer im Jahr weniger. Bei einem Elektroauto mit 0,25 % sähe die Rechnung ganz anders aus: Dann lohnt sich das Fahrtenbuch nur selten.

Faustregeln

Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuerberatung. Die Werte gelten nach Stand Oktober 2026; im Einzelfall eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater fragen.

Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen

Wann lohnt sich ein Fahrtenbuch statt der 1-%-Regel?

Meist dann, wenn du den Firmenwagen wenig privat nutzt, der Listenpreis hoch ist, das Auto schon älter oder abgeschrieben ist oder der Weg zur Arbeit kurz ist. Im Beispiel unten halbiert das Fahrtenbuch den geldwerten Vorteil fast.

Wie viel Prozent gelten 2026 für Elektroautos?

0,25 % des Bruttolistenpreises pro Monat, wenn der Listenpreis höchstens 100.000 € beträgt (für Fahrzeuge, die nach dem 30.06.2025 angeschafft wurden; davor galt 70.000 €). Darüber und für begünstigte Plug-in-Hybride gelten 0,5 %.

Kann ich im laufenden Jahr vom Fahrtenbuch zur 1-%-Regel wechseln?

Nein, die Methode gilt für das ganze Kalenderjahr und je Fahrzeug. Ein Wechsel ist zum Jahreswechsel oder beim Wechsel des Fahrzeugs möglich.

Was passiert, wenn das Finanzamt mein Fahrtenbuch nicht anerkennt?

Dann wird nachträglich die 1-%-Regel angewendet, oft mit Nachzahlung. Deshalb muss das Fahrtenbuch zeitnah, vollständig und unveränderbar geführt sein.

Gilt die 1-%-Regel auch für Selbständige?

Nur wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird. Sonst wird der Privatanteil anders ermittelt, zum Beispiel per Fahrtenbuch oder Schätzung.

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Jens Pfeiffer entwickelt booqtrip bei der BooqGroup in Berlin. Fragen und Korrekturen an hallo@booqgroup.com. Mehr über booqtrip